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WOHNUNGSLOSENHILFE
IM LANDKREIS LÖRRACH

Sprechzeiten der Sozialdienste
Montag bis Freitag 8.00 bis 18.00 Uhr

Wallbrunnstraße 77
79539 Lörrach
Telefon 07621 9304-0
Fax 07621 9304-30
erich-reisch-haus@agj-freiburg.de

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Info Wohnungslosigkeit

Viele Menschen, die unsere Einrichtungen aufsuchen, haben ein „normales“ und bürgerliches Leben geführt. Oft wird die Frage gestellt: „Wie kommt es denn zum Wohnungsverlust?“ Die Gründe für den Verlust der Wohnung sind sehr vielfältig.

Die „klassische Wohnungslosenbiografie“ gibt es nicht. Wohnungslosigkeit kann im Prinzip jede/-n treffen. Die Gründe für den Verlust der Wohnung treten in der Regel nicht isoliert auf, sondern mehrere Faktoren treffen zusammen. Beispiele sind: der Verlust der Arbeit, Überschuldung, persönliche Schicksalsschläge, oft chronische körperliche oder psychische Erkrankungen, Suchtprobleme oder Haftstrafen. Oftmals wird die Integration durch fehlende schulische oder berufliche Qualifikationen und/oder einen Migrationshintergrund erschwert.

Der Wegfall von familiären und sozialen Beziehungen ist nicht selten Folge von Scheidung oder Trennung. Familie als soziales Sicherungsnetz verliert an Bedeutung oder ist nicht mehr vorhanden.

Soziale Grundrechte werden von vielen Betroffenen oftmals nicht realisiert. Die sozial- und gesundheitspolitischen Reformen der letzten Jahre bringen für Wohnungslose zusätzliche Lasten. Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt haben sich für Wohnungslose nicht verbessert, sondern sie verschlechtern sich aktuell weiter. Wohnung wandelt sich immer stärker vom Sozial– zum Wirtschaftsgut. Für arme Menschen erschwert sich der Zugang zu zahlbaren und zumutbaren Wohnraum fortlaufend.

Wohnungslosigkeit trifft Männer und Frauen, jüngere und ältere Menschen. Rund ein Viertel der Betroffenen sind Frauen, etwa 15-20% sind unter 25-jährig. Ohne qualifizierte Hilfe ist ein weiteres Abgleiten auf die Straße vorprogrammiert. Es muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Nach den Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe sind in Deutschland etwa 284.000 Menschen wohnungslos. Die Zahl der von Wohnungslosigkeit Bedrohten beziffert die BAG-W mit bis zu 130.000 Personen. Auf der Straße leben ca. 22.000 Menschen. In Baden-Württemberg wurden im Rahmen der Stichtagserhebung Liga der freien Wohlfahrtspflege über 12.000 Menschen von den Diensten der Wohnungslosenhilfe gezählt (2012). Die BAG-W prognostiziert einen Anstieg der Zahl der Wohnungslosen auf 380.000 bis zum Jahr 2016 (+33 %).
Damit wohnungslose Menschen Chancen erhalten und soziale Teilhabe ermöglicht wird, braucht es neben gesellschaftlicher Toleranz menschliche Zuwendung, Zeit und fachlich qualifizierte Hilfe. Lebensperspektiven drücken sich oft in Hoffnung und neuer Tatkraft aus.